Equipment
Montierung
Die Montierung ist das Herzsstück der Sternwarte. Aktuell kommt bei mir eine Skywatcher NEQ6 zum Einsatz. Diese ist aber viel zu groß für das angedachte Sternwartendesign.
Deshalb soll es auf jeden Fall eine Harmonic-Drive Montierung werden. Diese sind für das Gewicht das sie tragen können einfach viel kleiner als herkömmliche Äquatoriale Montierungen. Außerdem benötigen diese (bis zu einem Punkt) keine Gegengewichte, was ebenfalls essentiell für die Mini-Sternwarte ist. Zudem bringen sie viele neumodische Features an den Start. Kollisionserkennung und Verbindungskabel, die im Sattel sitzen sind willkommene Features.
Allerdings gibt es durchaus noch die ein oder anderen Probleme bei diesem Montierungstyp, einfach weil er noch so neu ist. Deshalb ist es wichtig auf die Hersteller zu achten. Ein großer Name ist ZWO, welcher die Harmonic-Drive Montierungen überhaupt breit verfügbar gemacht hat. Jedoch haben die Montierungen von ZWO einen relativ hohen Preis. Seit einiger Zeit gibt es auch viele, kleinere Hersteller wie Proxisky oder ML-Astro. ML-Astro ist noch neuer als Proxisky, sie haben gerade mal eine Montierung am Markt, die zweite ist aktuell in der Entwicklung. Die Montierung, die bereits auf dem Markt ist, ist vergleichbar mit der AM5 von ZWO, nur für den halben Preis. Diese ist jedoch erst lieferbar, wenn die Sternwarte schon fast fertig sein sollte.
Also soll es eine Montierung von Proxisky werden. Spezieller eine UMI17X oder UMI17S. Diese verfügen jeweils über Encoder, starke elektromagnetische Bremsen, eine solide Tragfähigkeit sowie ein Anti-Kollisionssystem. Alles Features, die für den Remotebetrieb äußerst Hilfreich sind. Die UMI17X ist die neuere Montierung, die Stromversorgung und die Verbindung zur Montierung auch durch den Sattel möglich macht, sowie Hardware basierte RA-Limits hat. Sie ist jedoch ein wenig teurer als die 17S
Es gäbe noch von Warpastron die WD-17, welche fast die gleiche Montierung ist und auch in Deutschland verfügbar ist, jedoch ist es deutlich günstiger die Proxisky-Montierungen direkt in China zu bestellen. Dies scheint keine Risiken zu bürgen, da bereits einige solche Montierungen hier zu lande zum Einsatz kommen.
Preislich liegt die UMI17X aktuell bei ca. 2000€.
*Update*
Auf der ATT, in Essen, konnte ich eine UMI17X erstehen, die Montierung wird aktuell ausgiebig getestet und eingerichtet.
Teleskop
Als nächstes muss ein kleineres Teleskop her.
Aufgrund der geringen Größe der Sternwarte muss es ein kleiner Apochromat (50mm bis 60mm Öffnung) werden. Außerdem soll er optisch einwandfrei sein, damit sich ein stationärer Einsatz auch lohnt. Dafür muss es auch ein Neukauf sein, damit man durch die Garantie dies sicherstellen kann.
Hier kämen z.B. der Askar SQA55, sämtliche William Optics Red- bzw. SpaceCat Modelle oder Sharpstar EDPH Modelle infrage.
Schlussendlich ist es jedoch ein Hope D60 APO von ToupTek geworden. Dieser Apo hat eine eingebaute Tilting-Einheit, einen normalen Fokussierer sowie standatiersierte Schienen etc. Zudem ist der APO ein Petzval-Design, sprich man muss sich auch nicht großartig um den Backfokus kümmern. Auch sieht die theoretische Leistung des APOs beeindruckent aus.
Aktuell befinde ich mich hier ebenfalls am Testen und Tilt einstellen. Bisher macht dieser einen sehr wertigen Eindruck, Tilt bei einem nicht eingestellten optischen System überrascht bisher auch nicht.
Der Imagetrain
Der Imagetrain besteht aus meiner bereits vorhandenen ToupTek ATR2600c Farbkamera und einem neu angeschafften 5x2" ToupTek AFW Filterrad. Aktuell verwende ich noch zusätzlich eine Abstandshülse, bald soll jedoch hierfür ein ToupTek OAG diese ersetzen.
Der ToupTek OAG soll ebenfalls meinen recht instabilen ZWO OAG sowie das aktuell zum Einsatz kommende Leitrohr ersetzen.
Im Filterrad sind aktuell ein Uv/IR-Cut Filter von TS sowie ein IDAS NBZ Duo-Narrowband Filter. Letzterer hat eine Durchlassbreite von jeweils 10nm FWHM in [OIII] und H-Alpha.
Steuerung
Gesteuert wird das Equipment aktuell über einen MeLe Quieter 4c und eine SvBony SV241 Pro Powerbox. Beide wurden hierfür neu angeschafft.
Der MeLe Quieter ist ein Lüfterloser Mini PC mit einem Intel N150 Chip und 16gb RAM. Dadurch ist er flott genug für einen Betrieb mit NINA und verursacht keine Vibrationen, wenn dieser am Teleskop montiert ist. Um die WLAN verbindung und damit die ansteuerung über RDP zu verbessern, werde ich eine günstige UGREEN WLAN USB Antenne ausprobieren. Sobald das Equipment stationär ist, wird natürlich eine LAN-Verbindung zum Einsatz kommen.
Tailscale, WoL sowie Auto-Power-On wurden aufgesetzt um eine möglichst stabile Verbindung sicherzustellen. Der Zugriff erfolgt über Windows RDP bzw. Chrome Remote Desktop als Backup.
Die SvBony Powerbox ist eine recht günstige Steuereinheit mit 5 USB-A Plätzen und 6 Stromausgängen, wovon 5 Schaltbar sind. Auch hat die Box PWM Ausgänge um die Heizleitung der Tauheizung zu regulieren. Aktuell funktionieren die Temperatur- und Temperatur+Feuchtigkeitssensoren nur nicht. Das ist aktuell aber nicht weiter tragisch.